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Heizkosten: Was Recht und Ordnung ist

Jahr für Jahr steigen nicht nur in Deutschland die Energiekosten. Das Ergebnis ist häufig Ärger zwischen Mieter und Vermieter. Nicht zuletzt auch, weil viele Heizkostenabrechnungen schlichtweg falsch sind. Hier kommen einige wertvolle Tipps, wie Sie als Vermieter derartige Probleme verhüten können.

So gibt es mittlerweile in allen Mehrfamilienhäusern Verbrauchsableser in jeder Mietpartei. Entsprechend einem Urteil, welches bereits seit dem Jahr 2011 existiert. Jenes besagt, dass Vermieter keine pauschalen Heizkostenabschläge mehr vornehmen dürfen (Vgl. AZ.: V III ZR 156/11). Vorschrift ist es seitdem, in der Heizkostenabrechung die real verbrauchte Energie aufzulisten. Entsprechend sind seit dem Urteil keine nach Größe der Wohneinheit berechneten Verbrauchswerte mehr zulässig. Damit geht einher, dass auch alte Mietverträge, in denen die Heizkostenpauschale als Teil der Warmmiete verrechnet ist, ungültig sind.

So setzen sich die Heizkosten zusammen

Sogenannte Passivhäuser bilden seit der Regelung die alleinige Ausnahme. In diesen fallen nahezu keine Heizkosten an, da beispielsweise Wärmepumpen oder Solaranlagen die benötigte Energie erneuerbar erzeugen.
In jedem anderen Fall müssen die wirklichen Verbrauchswerte festgestellt und entsprechend abgerechnet werden. Zu 50 bis 70 Prozent bestehen diese dann auch aus den tatsächlichen Verbrauchskosten, zusätzlich fallen anteilige Kosten für Wartung und Ablesen der Zählersysteme, sowie deren Betrieb. Verrechnen Vermieter hier keinen Prozentsatz am allgemeinen Anteil der Wohneinheiten oder listen sie Heizkosten in der Abrechnung nicht ordnungsgemäß auf, hat das Folgen. So dürfen Mieter, nach der Heizkostenverordnung in diesem Fall die Mietkosten um bis zu 15 Prozent kürzen.

Ausnahme: defekte Ablesesysteme

Im Falle eines kaputten Ablesesystems, steht es Vermietern zu, den Verbrauch angelehnt an das Vorjahr zu schätzen. Hierfür gibt der Deutsche Mieterbund den Richtwert von 15 Euro Heizkosten pro Quadratmeter und Jahr an.